Der Bundesverband Deutscher Briefmarken-Versteigerer trauert um sein langjähriges Mitglied Peter Feuser, der am vergangenen Wochenende überraschend im Alter von 73 Jahren verstorben ist.
„PF“, wie er in der Branche allenthalben genannt wurde, unternahm seine ersten philatelistischen Gehversuche Anfang der 1970er Jahre bei den Auktionshäusern Steltzer in Frankfurt und Loth in Mainz. Ab 1978 veranstaltete er gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Joachim Erhardt als „Erhardt & Feuser“ in Stuttgart vielbeachtete Spezialauktionen nur der Altdeutschen Staaten, in denen neben der typischen Klassischen Philatelie auch die Deutsche Postgeschichte einen besonderen Schwerpunkt hatte, für den Deutschen Markt zur damaligen Zeit ein Alleinstellungsmerkmal. Nach Trennung der Firma versteigerte Peter Feuser ab Mitte der 1980er Jahre in seinem neuen Domizil in der Haußmannstrasse in Stuttgart weiterhin Briefmarken mit Schwerpunkt auf Klassischer Deutscher Philatelie und Postgeschichte, aber mit der neuen Firma Südphila auch Material anderer Gebiete. Neben der Versteigerung galt seine besondere Liebe der philatelistischen Literatur. Mit der Herausgabe von elementaren Standard-Werken zur Deutschen Postgeschichte setzte er Maßstäbe. Das in zwei Auflagen erschienene Handbuch und Katalog der Deutschen Vorphilatelie ist für jeden Liebhaber der Deutschen Klassik ein absolutes „Muß“, ebenso das Handbuch/Katalog der nachverwendeten Altdeutschland-Stempel. Mit der Herausgabe eines kompakten Nummernstempel-Kataloges für alle Altdeutsche Staaten füllte er eine Lücke, ebenso wie mit vielen weiteren Werken.
Peter Feuser engagierte sich als erster Auktionator öffentlich und unter erheblichem Kosteneinsatz in der sogenannten „Folien-Thematik“, als immer mehr Schäden an klassischen Marken durch die Aufbewahrung in falschen Folien sichtbar wurden. Zuletzt initiierte er eine öffentliche Diskussion zur Thematik der Abstempelungen auf der 70-Kreuzer-Marke von Württemberg und scheute auch hier nicht die Auseinandersetzung mit den zuständigen BPP-Prüfern. Im Versteigerer-Verband BDB war er einer der langjährigsten Mitglieder und als angenehmer Kollege ein Gewinn jeder Jahreshauptversammlung. Wir verlieren einen geschätzten Kollegen, Menschen und Unikum, der unserer Branche fehlen wird.
Harald Rauhut