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BDB News

(wm-pcp) Drei Sonderkataloge plus ein umfangreicher Hauptkatalog: Das ist die hoch gesteckte Latte, an der sich Inhaber Roland Meiners mit seinen Auktionstagen am Ende dieser Woche messen lassen will. Das Angebot ist mehr als beachtenswert: Es beginnt mit knapp 400 Losen Zeppelinpost, Deutsche Kolonien & Auslandspostämter und zwei Sammlungen aus Schweizer Besitz, die sachgerecht in einem 64-Seiten-Sonderkatalog vorgestellt und am 2. Dezember versteigert werden.

Einen Tag später dürften Sammler der Sowjetischen Besatzungszone mit der Zunge schnalzen, denn dann stehen knapp 600 Lose schönsten und seltenen Materials zur Wahl. Um den Dreier-Reigen zu schließen, offeriert Meiners dann am 4. Dezember in dem Sonderkatalog ‚Königreich Württemberg‘ ca. 450 Lose der Kreuzerzeit Württembergs, neben den laufenden TROST-Auktionen dieses Gebietes ebenfalls ein beachtliches Angebot. Last but not least sollte man den umfangreichen Hauptkatalog beachten, denn auch hier findet sich so manches gute Stück, das zu günstigen Ansätzen einen neuen Besitzer sucht.

Ursprünglich war die 163. Auktion als öffentliche Versteigerung geplant. Aber die Pandemieentwicklung in Deutschland lässt dieses nicht zu. Insofern ist die aktuelle Mitteilung, dass die Auktion online mit Liveübertragung im Internet durchgeführt wird, wirklich eine gute Nachricht, denn bereits bisher wurde diese Form der Versteigerung von den Kunden des Hauses Dr. Derichs hervorragend angenommen. Natürlich kann man für Gebote auch die traditionellen Wege (Tel., Fax, per Post oder Gebote durch Kommissionäre) nutzen. Aber das Online-Live-bidding (anzumelden rechtzeitig bei www.philasearch.com) bietet einem die Möglichkeit, selbst mit dabei zu sein.

Erwähnenswert ist der letzte Satz eines Briefes, den Roland Meiners am 24. November an seine Kunden verschickte: „Sehen Sie die Philatelie als Ihren persönlichen Lichtblick in diesen schweren Tagen, Wochen und Monaten. Gönnen Sie sich ein paar schöne Stücke und schauen Sie sich diese immer wieder an. Wir müssen da jetzt durch und wenn die Philatelie ein Trost für uns alle ist, dann hat sie einen tiefen Sinn erfüllt. Sammler sind glückliche Menschen und glückliche Menschen leben länger.“

Berlin Die vier Säulen Fern-, Online-, Saal- und Kommissionärsbieter sorgten für eine erfolgreiche 70. Hadersbeck-Auktion vom 27. bis 29. Oktober 2021. Der Überseeteil startete mit 70 Losen China, die fast restlos verkauft wurden –  Ausruf 18 000, Gesamt­zu­schlag 32 000 Euro. Ein postfrischer Block MiNr. 8 mit Mängeln stieg trotzdem von 2000 auf 4600 Euro, die gestempelte Ver­sion von 3000 auf 3900 Euro. 1450 (1000) Euro bot ein Käufer für Block MiNr. 10 postfrisch. Die weiteren Ergebnisse des Teils Über­see/Europa waren auch überdurchschnittlich gut.

Bei Altdeutschland gab es ebenfalls sehr gu­te Ergebnisse, beispielsweise 2700 (2000) Euro für eine Bayern MiNr. 1 mit offenem Mühlradstempel. Das Deutsche Reich brach­te unterschiedliche Verkaufs­quo­ten. Beson­ders beliebt waren die Kai­serreichausgaben, aber auch Weimar und Drittes Reich mit vielen Standardausgaben waren gefragt. Ein Privatpost-Einschreibe­brief der HANSA Dres­den wurde von 500 auf 820 Euro gesteigert. 

Der zweite Auktionstag begann mit den deut­schen Ausgaben ab 1945. Auch hier konnte man viele sehr gute Ergebnisse beobachten, u. a. 980 (100) Euro für einen Brief aus Blankensee vom 28. Dezember 1945 mit Dienstsiegel als Notstempel. Bei der DDR verzeichneten seltene Farbe Spitzenergeb­nisse. Die MiNr. 253 bb postfrisch stieg von 400 auf 700 Euro, die MiNr. 323 zYI ge­stempelt von 750 auf 1050 Euro, die MiNr. 333 vaYI postfrisch von 500 auf 910 Euro und die MiNr. 415 YI postfrisch von 350 auf 820 Euro bei einem Katalogwert von 800 Euro! Eine Sammlung Peter-Winter-Fäl­schun­gen wurde von 500 auf 1600 Euro gesteigert. Am Nachmittag kam der numismatische Teil der Auktion unter den Ham­mer. Auch hier konnte eine sehr gute Ver­kaufs­quote erzielt wer­den.

Der dritte Versteige­rungs­tag war den Samm­lungen und Pos­­ten vorbehalten. Hier waren die Steige­run­gen teils enorm, Händ­ler und Sammler lieferten sich Bieter­ge­fech­te wie vor 20 Jah­ren.

Für die 71. Auktion kün­­­digt die Firma Ha­ders­­beck einen Son­der­ka­ta­log „Samm­lun­gen Dr. Kischkat Briefe Deutsch­land von Altdeutschland bis ca. 1990“ an.

„Volle Säle, glühende Telefon- und Internetleitungen und ein insgesamt lebhaftes Käuferinteresse.“ Diese Bilanz zog das  Auktionshaus Schlegel nach seiner dreitägigen Versteigerung vom 1. bis 3. November 2021. Erneut bestätigte sich das Interesse an dem starken und ausgewählten Angebot und an Raritäten im Einzellosbereich. Spezialangebote fanden die Interessenten in vier Sonderkatalogen, deren Material von der Klas­sik bis in die Moderne eine breite Bandbreite abdeckte.

Gefragte Besetzungsausgaben

Einmal mehr beeindruckten die 111 Lo­se der VIII. Exklusivitäten-Auktion. Ein frühes Glanzlicht setzte ein postfrisches Exemplar der Bayern MiNr. 2 I a, das 12 000 Euro inkl. Aufgeld einspielte. Ein kleines Briefstück mit der Sachsen Mi­Nr. 1 c steigerte auf 9200 (6-7000) Eu­ro. Die hohen Erwartungen bestätigte auch der Bereich der Deut­schen Beset­zungsausgaben Zweiter Weltkrieg Dün­kirchen und St. Nazaire mit guten Stei­gerungen und Verkaufs­quoten. So kletterten die Dünkirchen MiNr. 6 II im waagerechten postfrischen Eckrand­paar mit Bogennummer von 1-1200 auf 3100 Euro und die MiNr. 10 II ebenfalls im postfrischen Paar von 750-900 auf 3100 Euro. Für 7200 (2500-3000 Euro) wur­de die MiNr. 22 II im waagerechten ungebrauchten Paar zugeschlagen. Mit 10 100 (3-3500 Euro) verbuchte ein por­torichtig mit französischer Freimarke frankierter Kurierbrief der Generalin­spek­­tion Todt den höchsten Zuschlag. Sehr gut aufgenommen wurden außerdem die unverausgabten Marken der Bun­desrepublik Deutschland. Eine „Brot für die Welt“ mit Musterstempel (MiNr. X) lief mit 6200 (4-5000 Euro) ein. Ein „Roter Adenauer“ (MiNr. XI) mit Gum­mihandstempel „Muster“ wurde für 3200 (2-2500) Euro mitgenommen. Ei-nes der am frühesten entdeckten Exemplare der „Gscheidle-Marke“ mit Stempel „WILDBAD IM SCHWARZWALD 21.12.82“ kostete den Käufer 35 400 Euro.

Die Bieter honorierten au­ßerdem die hervorragende Qua­lität und Optik des An­gebotes des Son­der­ka­taloges „Oldenburg“. Ein Ausru­fe­zeichen gleich zu Beginn setzte eine 1/3 Sgr. im waagerechten Dreierstreifen auf Falt­brief, eine seltene Mehrfachfran­ka­tur dieser großen Ol­denburg-Rarität, mit einem Ergebnis von 16 800 Euro inkl. Aufgeld. Eben­falls mit 8000 Euro startete eine Ein­zelfrankatur der MiNr. 5 auf Druck­sache von Zetel nach Sande, die schließlich 30 000 Euro inkl. Aufgeld kostete. Die seltene Nuance MiNr. 6 c auf kleinem Briefstück ging für 9800 (5000) Euro in neue Hände. Von 900 auf 4600 Euro sprang ein waagerechtes, sehr breit geschnittenes gestempeltes Paar der MiNr. 11 b. Die einzig bekannte Einzelfrankatur der 1/3 Gr. MiNr. 15 B als Drucksache mit Adres­sen­schleife, die mit 5000 Euro angesetzt war, konnte für 13 200 Euro inkl. Aufgeld abgesetzt werden.

Direkt im Anschluss wartete die außergewöhnliche Sammlung „Rohrpost Ber­lin nach 1945, Post­schnell­dienst und Berühmte Män­ner von Berlin“ von Peter Koegel auf neue Lieb­ha­ber, insgesamt über 800 Lose. Koegel verfolgte das Auktionsgesche­hen die ganze Zeit persönlich vor Ort und sah seine Erwar­tungen nicht enttäuscht: „Ich wäre eigentlich mit ei­nem Ergebnis von 50% des Gesamt­ausrufes zufrieden gewesen. Dies wur­de bei weitem überboten“. Vor allem der Bereich des Postschnell­dienstes war äußerst erfolgreich. Hier befand sich auch das Titellos des Sonderkataloges, ein Postschnellbrief mit dem Wäh­rungs­­geschädigten-Block mit Zusatzfran­ka­tur. Der erfolgreiche Bieter musste da­für 11 500 Euro auf den Tisch legen. Die einzige Schwarz­auf­druck-Ganzsache mit Zusatzfran­katur, die am 25. März 1949 als Schnelldienstkarte von Berlin-Frohnau nach Berlin-Mariendorf lief, stei­gerte von 2500 auf 4200 Euro. „Wenn man ein Gebiet in solch epischer Breite anbietet, besteht natürlich die Gefahr, dass sich die Leute nur die schönsten Sachen herauspicken“, kommentierte Koe­­gel. „Dit kann man nicht ändern. An­de­rerseits hatte ich die Ausrufe nicht zö­gerlich gewählt, und sie wurden trotzdem noch deutlich übertroffen. Ganz be­sonders freue ich mich über das Ti­telstück des Kataloges. Ich hätte mein Leben lang nicht gedacht, dass dit so viel bringen kann.“

Der vierte Sonderkatalog „Rohrpost Eu­ropa & Ozeanbriefe“ musste sich ebenfalls nicht vor seinen Vorgängern verstecken. Insbesondere die Ozean­briefe waren stark gefragt mit teils hohen Stei­gerungen, wie 740 (150) Euro und 1050 (100) Euro für solche mit der Deutsch-Amerikanischen Seepost Bre­men-New York mit Katapultpost bzw. mit Zeppelin belegten.

Groß wie immer waren Begeisterung und Zuspruch für das Angebot von Sammlungen, Nachlässen, Partien und deutschen/ausländischen Kollektionen. Hier stieg eine Helgoland-Kollektion auf selbstgestalteten Blättern von 800 auf 4100 Euro.

Selten wurde eine Briefmarkenversteigerung bei AIX-PHILA mit so großer Spannung erwartet wie die 69. Auktion. „Schuld“ daran war der 2. Teil einer außergewöhnlichen Sammlung „Deutsche Kolonien“, als gut 800 Positionen gespickt mit Raritäten in meist überdurchschnittlich guter Erhaltung unter den Hammer kamen. Zuschläge im fünfstelligen Bereich waren keine Seltenheit, Steigerungen um das 10- bis 20-fache eher die Regel als Ausnahme. Von drei zurückgezogenen Losen abgesehen, blieb keine Position unverkauft, und der Gesamtausruf wurde versechsfacht. Bemerkenswert war außerdem, dass sich so viele verschiedene Sammler erfolgreich an der Versteigerung beteiligt haben.

Heiß umkämpfte Vorläufer

Vorläuferausgaben – besonders solche mit seltenen und gestochen klaren Ent­wertungen – waren durch die Bank heiß umkämpft und vervielfachten in der Re­gel die Startpreise, so z. B. von Deutsch- Neuguinea der Stempel KERAWARA auf einem Paar der 10 Pf von 150 auf 1050 Euro oder ein Ein­schrei­bebrief von HATZ­FELDHAFEN nach Mainz mit u. a. 25 Pf Adler frankiert, der von 100 auf 1450 Euro hochschoss. Bei Deutsch-Ostafrika erzielte eine komplette Paketkarte von KILWA nach Cottbus, frankiert u. a. mit 2 Mark, nach Ausruf von 250 stolze 4200 Euro. Eine Postkarte von GROSS-BA­TAN­GA (Kamerun) nach Hannover wurde von 70 auf 2400 Euro hochkatapultiert. Der sehr seltene Stempel aus APIA (Sa­moa) „Imperial German Post“ auf einer 20 Pf Adler erreichte beachtliche 3700 Euro, und eine 2 Mark graulila mit Stem­pel KLEIN-POPO aus Togo kam nach einem Startpreis von 1500 immerhin auf 3500 Euro. Die Markenausgaben bis 1914 erfreuten sich ebenfalls großer Nach­frage und hier vor allem die Be­son­derheiten: Ein Satz waagerechter Paa­re Adler mit Aufdruck DEUTSCH-NEU-GUINEA auf der jeweils linken und DEUTSCH-SÜDWESTAFRIKA auf der rechten Mar­ke, der als erstes Los ins Rennen ge­schickt wurde, landete nach 2500 Ausruf bei 16 500 Euro. Die erste Marke von Deutsch-Ostafrika, eine 3 Pf mit vergrößerter Auf­druck­breite, kam nach 1500 auf 6400 Eu­ro. Sehr gute Preise er­zielten auch die be­gehrten Halbierungen, die aufgrund Markenmangels infolge einer Porto­sen­kung (das gab es tatsächlich einmal!) bei Sammlern sehr begehrt sind. Dabei kletterte das Titelstück dieser Auktion, ein sogenanntes VALDIVIA-Provisorium aus Kamerun, von 5000 auf 7000 Euro oder eine Einschreibe­karte aus JALUIT (Hauptort der Mar­shall-Inseln) mit ei­ner halbierten 50 Pf Adler trotz kleiner Beanstandungen von 4000 auf 14 000 Euro. Den Vogel bei diesen Provisorien schoss eine Ansichtskarte aus PONAPE (Karolinen) ab, die mit einer doppelt überdruckten Marke zu 3 Pf von 1000 bis auf sagenhafte 22 500 Euro davonzog.

Waren die Er­gebnisse der Marken aus deutscher Ko­lonialzeit bis 1914 schon überaus be­achtlich, so gab es bei den Ausgaben der britischen Besetzung, als eine nur sehr klei­ne Zahl deutscher Marken mit englischem Auf­druck versehen wurde, kein Halten mehr. Sammler und An­leger vor allem aus an­gelsächsischen Ländern wie Aus­tralien und den USA beteiligten sich nun umso nachhaltiger on­line an der Ver­stei­gerung und er­möglichten Re­sul­tate, die niemand für denkbar gehalten hat­te und die die Katalognotie­run­gen ad absurdum führten. Da­zu ei­nige Beispiele zunächst von Deutsch-Neu­gui­nea: Eine in nur wenigen Stü­cken aufgelegte Einschreibemarke aus DEULON in sauberer Durch­schnittserhaltung und mit 1000 Eu­ro ins Rennen ge­schickt, schoss  auf 32 000 Euro, eine Aufdruckmarke 2 S auf 2 Mark Kaiseryacht mit der Be­sonderheit „großes S“ erzielte trotz ver­schiedener Quali­tätseinschrän­kun­gen mit sagenhaften 23 500 Euro mehr als das 40-fache des Startpreises! Zwei Mar­ken mit jeweils zweifachem Auf­druck 1 d auf 10 bzw. 20 Pf Kaiseryacht, von der keine Handvoll existieren dürften und die einst die Sammlung von Lord Bute schmückten, landeten nach heißen Bieterkämpfen bei 26 000 bzw. 30 500 Euro. Die höchste Zuschlags­summe mit 39 000 Euro erreichte ein waagerechtes Paar 1 Mark Kaiseryacht von den Mar­shall-Inseln mit doppeltem Aufdruck ebenfalls aus der Sammlung Lord Bute. 

Auch die Hauptauktion mit Münzen, Marken und Sammlungen aus aller Welt setzte Ak­zente, gab es doch vor allem bei der deutschen Feld- und In­selpost sowie der SBZ herausragende Ergeb­nisse. Das teuerste Einzellos, ein ungezähnter Bo­gensatz französische Zone, wurde mit 27 000 (25 000) Euro zugeschlagen. Sammlungen und Nachlässe verdoppelten und verdrei­fachten häufig die Startpreise. Kaum ein Los blieb un­verkauft, so dass der Ge­samt­zuschlag dieses Auktionsteils – ge­messen am Start­­preis – bei ebenfalls be­acht­lichen 170 % lag.

Ein Bericht von Jan Billion

Die Herbst-Versteigerung des Auktionshauses Schlegel vom 1. bis 3. November 2021 kann mit einer Fülle von ausgezeichnetem und seltenem Material, mit postgeschichtlich interessanten Spezialitäten, Brie­fen, guten Einzelmarken und Sätzen aufwarten. Alleine vier Sonderka­taloge überraschen die Interessenten mit Spezialangeboten von der Klassik bis in die moderne Philatelie. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Deutschen Besetzungsausgaben Frankreich. Sehr vielfältig zeigt sich die Abteilung mit Sammlungen, Posten und Nachlässen.

Seltenheiten vieler deutscher Sammelgebiete

Den Auftakt macht am 1. November am 10 Uhr der VIII. Teil der beliebten „Exklusivitäten“, wiederum 111 erlesene Lose aus vielen Bereichen der Phil­atelie. Darunter sind Spitzenstücke von Altdeutschland wie ein waagerechtes Paar des Sachsen-Dreiers (MiNr. 1 c) aus der rechten oberen Bogenecke (Feld 4-5) auf Briefstück, das mit einer Schät­zung von 20-25 000 Euro an den Start geht. Es folgen einige Brustschil­de-Spe­zialitäten, darunter der einzig bekannte Brief auf die Insel Cele­bes/Nieder­län­disch-Indien (18-2000 Euro). Eine spektakuläre Neuentde­ckung findet sich beim Dritten Reich: der Olympia-Block MiNr. 5 mit einer 40+35 Rpf, die einen deutlichen Dop­peldruck aufweist. Die­se Abart ist bei im Stich­tiefdruck hergestellten Marken sehr selten und in diesem Sammel­abschnitt kaum registriert, so dass die verlangten 30-35 000 Euro nicht überraschen. Unikat-Charakter hat auch die Winter­hilfsserie von 1938 (MiNrn. 675-683) einzeln als Schwarz­weiß-Essays auf Vor­lagekartons der Reichsdruckerei (9-11 000 Euro). Eine Groß­rarität der Ko­lonial-Philatelie ist die Deut­sche Post in China MiNr. 13 S auf Brief­stück (30-35 000 Euro). Ne­ben weiteren Kolo­nial-Selten­heiten be­geistert eine Fülle von Deutschen Be­setzungsausgaben Frank­reich im Zwei­ten Weltkrieg von Dün­kirchen, Fes­tung Lo­rient und St. Na­zaire, deren

Spitzenstücke genauso in den Ex­klu­si­vitäten-Katalog integriert wurden wie die aus der Samm­lung „Rohr­post Euro­pa & Ozean­briefe“, wo eine bisher nur als Fußnote im Michel-Katalog be­kann­te Hinden­burg-Rohr­post-Ganzsache mit einer Verwendung in Wien auffällt (MiNr. RP 25, 2-2500 Euro). Bei Deutsch­land nach 1945 reicht die Spanne von Besonderheiten der Französischen Zo­ne bis hin zu einer bisher unbekannten Teilzähnung der Bund MiNr. 573 (1-1200 Euro) und der berühmten „Gscheidle-Marke“ (25-30 000 Euro).

Nur eine Stunde später warten 150 Lo­se des altdeutschen Gebietes Olden­burg, ebenfalls in einem Sonderkatalog präsentiert, auf neue Liebhaber. Der Sammler hat großen Wert auf Qualität und optische Schönheit gelegt. Zu den herausragenden Stücken zählen ein waa­gerechter 3er-Streifen der MiNr. 1 auf Faltbrief aus Heppens (8000 Euro) und das Titellos, ein waagerechtes Paar der MiNr. 9 auf Ortsbrief innerhalb Ras­te­des. Das tadellose Stück, das früher die Caspary-Sammlung zierte, geht mit 10 000 Euro ins Rennen.

Am Nachmittag um 14 Uhr folgen teils einmalige Stücke aus der Sammlung des bekannten Berlin-Spezialisten Peter Koegel. Mehr als 800 Lose bieten eine faszinierende Spanne der Berliner Rohr­post nach 1945, des Postschnelldiens­tes vom 1. März 1949 bis 28. Februar 1963 und der Serie „Berühmte Män­ner“. Zu den Topstücken gehören der einzige Beleg von der Eröff­nungsfahrt des Postschnelldienstes mit zweimal 50 Pf Schwarzaufdruck (2800 Euro) und die einzig registrierte, im Postschnell­dienst beförderte 12-Pf-Schwarzauf­druck-Ganzsache (2500 Euro). „Die Aus­rufpreise sind der heutigen Markt­lage entsprechend angepasst worden“, schreibt Peter Koegel in der Einleitung des Sonderkataloges. „Viele Stücke aus den 80er- und 90er-Jahren hatten da­mals bedeutend höhere Preise. Bei einigen konnte oft auch nach Jahr­zehn­ten kaum ein weiteres Stück auftauchen. In der Anfangszeit war jeder auch noch so häufige Brief oder Karte umkämpft, heute hat man auch durch das Hand­buch von Stein­bock/Gunn einen großartigen Über­blick und eine preisliche Einordnung.“

Auf den Spätnachmittag ohne – wegen der zu erwartenden Bieterkämpfe – exakte Uhrzeit terminiert sind in einem weiteren Sonderkatalog über 400 Lose „Rohrpost Europa & Ozeanbriefe“. Die Sammlung umfasst die Gebiete des Deutschen Reiches ab Inflation mit der Rohrpost Berlin, München und Prag. Besonders beeindruckend ist die Abtei­lung mit den Ozeanbriefen.

Der 2. und 3. November gehören dem Hauptkatalog mit einem gewohnt breiten Spektrum der Philatelie und dem Sammlungs-Teil, der mit etlichen Nach­lässen und Spezialsammlungen deutscher und ausländischer Gebiete glänzt. Ungewöhnlich ist dieses Mal eine Viel­zahl von Autographen-Samm­lungen (Lo­se 4359 bis 4384).

Vom 20. bis 25. September 2021 fand die mit Spannung erwartete Herbst­auktion von Deutschlands ältestem Briefmarkenauktionshaus Hein­rich Köhler in Wiesbaden statt. Das mehr als beeindruckende Auk­tionsprogramm, welches bereits im Vorfeld mit insgesamt zehn Kata­logen für Aufsehen gesorgt hatte, bot zahlreiche Höhepunkte und so manche Überraschung, mit der wohl nur die wenigsten gerechnet hätten. Wiederentdeckte Schätze, wertvolle Seltenheiten und bemerkenswerte Stücke, u. a. aus der Sammlung ERIVAN, hielten das philatelistische Publikum in Atem. Zahlreiche Briefmarken, Briefe und Belege er­zählten ihre jeweils eigenen, hochinteressanten Geschichten, die mitzureißen vermochten und die Sammler nachhaltig motivierten. Die große Nachfrage und das Bieterinteresse resultierten einmal mehr in spannenden Bietergefechten, atemberaubenden Steigerungen und diversen Spitzenzuschlägen. 

Highlights der Sammlung „ERIVAN – Altdeutschland“

Mit der Fortsetzung der Versteige­rungs­serie „Altdeutsche Staaten“ aus der Sammlung ERIVAN stand abermals eine herausragende Auswahl von Brie­fen zum Verkauf, die für Liebhaber der Philatelie Altdeutschlands alles zu bieten hatte. Erstmals fanden sich auch zehn Belege der ersten Marken des Deutschen Reiches, der Brustschild-Aus­gaben, darunter, die den Losen der klas­sischen altdeutschen Sammelge­biete in puncto Schönheit und Selten­heit in nichts nach standen. Das beste Beispiel mag ein Ersttagsbrief des Deut­schen Reiches sein, der für Staunen und Be­geisterung sorgte. Der Brief mit einer Mischfrankatur der MiNr. 1 (1⁄4 Gro­schen) und MiNr. 3 (1⁄2 Groschen) vom ersten Verwendungstag, dem 1. Januar 1872, steigerte nach einem Aus­ruf von 5000 Euro auf sagenhafte 130 000 Euro. Das Zusammenspiel der Erst­tags­verwendung in Kombination mit der MiNr. 1 auf diesem Beleg motivierte die Bieter zu „Höchstleistungen“. Ein wahrlich bemerkenswertes Ergebnis, das nur noch von einem Han­no­ver-Brief aus der Samm­lung ERIVAN übertroffen wurde, der für 145 000 Eu­ro zugeschlagen wurde. Auch hier war ein Ersttag im Spiel, denn die Misch­fran­ka­tur der Wertstufen 10 Gro­schen, 1 Groschen und 3 Groschen (zweimal) auf Be­leg nach Calde­ra/ Chile wur­de am ersten Verwendungs­tag der 10-Groschen-Marke, dem höchsten Wert der Se­rie, verschickt. Und dies sind nur zwei Beispiele der ausnahmslos her­vorragend verkauften Lo­se der Sammlung ERIVAN.

Eine kleine Sensation bahnte sich be­reits mit dem Fund eines ganz besonderen Beleges an. Ein Brief aus Bayern, der im Verborgenen in einem fränkischen Familienarchiv geschlummert hatte, fand sich nun nach 170 Jahren erstmals auf einer Auktion und faszinierte die Sammler. Der Brief mit einem 3er-Streifen des „Schwarzen Einsers“ und einer blauen 3-Kreuzer-Marke stellt eine Spitzenrarität der Ba­yern-Philatelie dar, handelt es sich doch um die einzige bekannte Bunt­frankatur der ersten Aus­gabe deutscher Briefmar­ken. Wie es der Zu­fall so wollte, hinterließ die einzigartige Hinter­grund­ge­schichte des Fundes einen bleibenden Eindruck bei dem Höchstbietenden, der den Zu­schlag für 54 000 (25 000) Euro erhielt. 

Es war insgesamt auffällig, wie groß das Interesse an der jeweils individuellen Geschichte der Briefmar­ken und Brie­fe ist. Das Wissen um die Hinter­gründe, sei es die des Briefes selbst oder auch die Provenienz, ist für zahlreiche Bieter von entscheidender Be­deutung. Auf­fäl­lig war auch, dass der persönliche Be­zug zum Stück bei den „großen“ Sel­tenheiten häufig mit ei­nem persönlichen Auktionsbesuch verbunden wird. Gerade bei den Pretiosen der Samm­lung ERIVAN war der Saal, begünstigt durch die Corona-Locke­run­gen, bis auf den letzten Platz be­setzt – selbstverständlich unter Einhal­tung sämtlicher Sicherheitsauf­lagen. 

Selbstredend ging die Faszination für die kleinen und großen Seltenheiten weit über den Auktionssaal hinaus. Dank der Möglichkeiten des Online-Live-Bie­tens buhlten die Sammler und Händler aus aller Welt um die philatelistischen Kostbarkeiten, wobei die Spe­zialsamm­lungen der Sammelgebiete Altdeutsch­lands ebenso gefragt waren wie die Lose aus Europa und Übersee. Bei­spiel­haft genannt sei die Kollektion „Bayern ab 1849 – Die Sammlung Elia­hu Weber (Teil 1)“, die mit großartigen Steige­rungen und Spitzenzu­schlä­gen punkten konnte. Auch die Lose der Samm­lungen „Herzogtum Braun­schweig“ und „Bremen: Hannover­sches Postamt, Norddeutscher Postbe­zirk und Brust­schilde“ von Friedrich Me­yer erfreuten sich großer Beliebt­heit. Im Bereich in­ternationaler Philate­lie überzeugten die Sammlungen „In­ternationale Postver­bin­dungen über Triest (Teil 1)“ und „Österreich – Erste Ausgabe in Ungarn verwendet (Teil 1)“ von Rolf Rohlfs ebenso wie die Kollek­tionen „Gems of Indian States 1864-1950“ und „Domi­nikanische Republik ab 1863 – Die Sammlung Hansmichael Krug“. 

Am 17. und 18. September 2021 lud das Auktionshaus Rauhut & Kruschel zur 207. Versteigerung nach Mülheim a. d. Ruhr. Zum Auftakt der „phil­atelistischen Herbstsaison“ präsentierten Harald Rauhut und sein Team ungeachtet der Corona-bedingt nach wie vor erschwerten Bedingungen ein hochinteressantes Angebot, das in weiten Teil gut nachgefragt war. Mit einem Gesamtumsatz von rund 1,8 Millionen Euro (Zuschläge + Aufgelder, ohne MwSt.) wurde erneut ein starkes Ergebnis erzielt, das die positiven Entwicklungen der letzten Zeit widerspiegelt. 

„Handel und Sammler kaufen derzeit zu bisher nie gekannten Höchst­prei­sen“, lautete das Resümee von Harald Rauhut nach der Auktion. Allein der Gesamtzuschlag der Nachlass-Abtei­lung von 1 Million Euro, bei einem Start­preis von lediglich 600 000 Euro und geringerem Umfang als bei vorangegangenen Versteigerungen, ist ein eindrucksvoller Beleg. Auch im Einzel­los­teil konnten die seltenen und hochwertigen Briefmarken und Briefe, dar­unter die Lose der Spezial-Auktion Helgoland sowie „Ausgewählte Einzel­stücke“, mit teils beachtlichen Steige­rungen und starken Zuschlägen glänzen. Am Ende richtete sich der Blick mit Spannung auf das Restprogramm des Jahres, denn – so viel sei verraten – für die große „Winterauktion“ liegen be­reits außergewöhnliche Einlieferungen vor, so Ha­rald Rauhut.

Highlights aus Helgoland und „Ausgewählte Einzelstücke“

Mit einer großen Vielfalt bestach das Angebot der zweiten Helgoland-Spe­zial-Auktion im Jahr 2021. Der Verkauf dieser außergewöhnlichen Sammlung, die wie bereits im Frühjahr in einem Sonderkatalog dokumentiert wurde, war eines der Highlights der Herbst­auk-tion. Zahlreiche be­achtliche Einzel­er­gebnisse waren der beste Beweis für den hohen Stellen­wert dieses an­spruchsvollen Sam­melgebiets bei Sammlern und Händ­lern. Zudem belegten die Zuschlä­ge, wie ein tatsächlicher Mehrwert ge­schaffen werden kann, wenn eine solche Sammlung weitestgehend detailliert und professionell präsentiert wird. Auch bei wertmäßig kleineren Losen wurden oft er­staunliche Preise erzielt. Die hohen Zu­schläge bei den Spitzenstücken sprechen ohnehin für sich. So erzielte ein zufrankierter Ganzsachenumschlag aus Helgoland nach Madeira (Los 123) be­merkenswerte 1300 (900) Euro. Ein wei­terer Ganzsachenumschlag mit der sehr seltenen Entwertung durch K1 „Gee­ste­mün­de“ und Segmentstempel „Aus Helgoland“ (Los 264) steigerte sensationell auf 2100 (1000) Euro, um nur zwei Beispiele zu nennen. 

Die Lose der Raritäten-Abteilung, die eigens in einem Sonder­ka­ta­log „Ausgewählte Ein­zel­stü­cke“ präsentiert wurden, hielten ebenfalls, was sie versprachen. Diverse Bie­ter­ge­fechte und beachtliche Steigerungen sorgten für Spannung im Auk­tionssaal. Das Angebot mit Fokus auf den Ge­bieten Altdeutschlands bot einen großen Quer­schnitt und war über alle Bereiche hinweg heiß be­gehrt. Stellvertretend ge­nannt sei das Sam­mel­gebiet Thurn & Taxis, das erneut einige wirklich außergewöhn­liche Stücke bereit hielt und diverse Spit­zen­zu­schläge verzeichnete. Ein Brief aus Gera nach Messina/Sizilien mit einer 3 Sgr. schw./gelb aus dem Jahr 1852 (Los 724) steigerte von 3000 auf 6600 Euro. Ein höchstseltener Brief aus Schleiz, der aufgrund einer Brandkatastrophe mit übergangsweise verwendeten Aus­hilfs­stempeln entwertet wurde, war ein wei­teres Highlight (Los 765). Hier fiel der Hammer nach einem Ausruf von 2800 Euro erst bei 4000 Euro. 

Starke Nachfrage bei den Nachlässen, Sammlungen und Posten 

Einmal mehr bot der Auktionssamstag (18. September 2021) mit der Verstei­gerung der Nachlässe gegen Gebot so­wie weiterer Sammlungen und Pos­ten Hochspannung pur. Dem reizvollen An­gebot standen heiße Bieter­gefechte und außergewöhnliche Ergebnisse ge­genüber. Bei hohem Tempo und Zu­schlägen im Minutentakt „kochte“ die Stimmung und bot beste „Live-Atmo­sphäre“ – ohne Unterbrechungen durch „Internet-Live-Gebote“. Die persönlich anwesenden Bieter waren hochmotiviert, was sie auch deutlich zum Aus­druck brachten. Das Gesamt­ergebnis von über 1 Million Euro in diesem Seg­ment ist der beste Beleg für das erfolgreiche Konzept und die Leistungsfä­hig­keit des Hauses Rauhut & Kruschel. 

Alle Ergebnisse der 207. Versteigerung sind online unter www.rauhut-aukti on.de einzusehen. Eine gedruckte Er­gebnisliste kann beim Auktionshaus Rauhut & Kruschel angefordert werde

Zur ungewöhnlichen Herbstzeit fand am letzten Oktober-Wochenende die diesjährige Jahreshauptversammlung des Bundesverbandes Deutscher Briefmarken-Versteigerer (BDB e.V.) statt. Corona-bedingt konnte erst spät in diesem Jahr, statt zur gewohnten Sommerzeit, eine Versammlung anberaumt werden, dafür bot jedoch das malerische Rhein-Städtchen Bad Honnef einen reizvollen Tagungsort.

Neben den Auktionatoren-Kollegen begrüßte der BDB-Vorsitzende Harald Rauhut auch die Vertreter der anderen philatelistischen Verbände, Wolfgang Lang für den APHV, Konrad Krämer für den BDPh, und Peter Sem – zugleich auch Senioren-Mitglied im BDB – für den Prüferverband BPP.

In seinem Jahresbericht schilderte der Vorsitzende die Auswirkungen der Corona-Situation auf die Branche: zahlreiche neue Kunden konnten gewonnen werden, viele alte Kunden intensivierten ihr Hobby, sowie viele Kollegen beschritten neue Wege der Auktionsbeteiligung („Internet-Live-Bidding“). Auf der anderen Seite war und ist eine deutliche Material-Verknappung am Markt zu spüren. Aktuell kommen leider auch noch enorme Preissteigerungen für die Auktionskatalog-Herstellung hinzu, weil in den letzten Monaten Preissteigerungen von 20% für das benötigte Papier die Regel waren.

Positiv hervorheben konnte der Schatzmeister Dr. Fischer die entspannte finanzielle Situation des Verbandes. Nach den sogenannten Formalia – der Vorstand wurde, wie auch in den vergangenen Jahren, auf Antrag des Dienstältesten Kollegen Felzmann einstimmig entlastet – beschäftigte sich der Verband mit brancheninternen Themen. Hierzu gehörte u.a. das Thema „Scheinzuschläge“, die nach allgemeiner Überzeugung in besonders auffälliger Weise bei einem Kollegen in der jüngeren Vergangenheit praktiziert wurden und mit denen sich der Verband aus wettbewerbsrechtlichen Gründen beschäftigen muss.

Weitere Themen-Schwerpunkte der Versammlung waren Prüfthematiken, rechtliche Fragen bei der Behandlung und Handhabung von Email-Geboten, die Unterstützung der Neugestaltung des Sachverständigen-Wesens, sowie verschiedene weitere rechtliche Fragen.

Nach Abschluss der Versammlung konnte mit dem Besuch der Drachenfels-Burg der entspannte Teil der Versammlung eingeleitet werden.

(mh/pcp) Am Mittwoch und Donnerstag, den 8. & 9. Dezember 2021 findet die 227. Auktion für Briefmarken, Münzen und Postgeschichte mit einem attraktiven Angebot von über 1.800 Losen internationaler Philatelie und Numismatik statt.

Den Auftakt der Auktion am Mittwoch bilden 42 Lose mit Marken und Briefen „Königreich Spanien – 6 Cuartos Isabella 1850“. Es handelt sich um Kabinett- und Luxusstücke mit ausdrucksstarken, oft seltenen Abstempelungen dieser immer stark nachgefragten klassischen Spanienausgabe.

Stark vertreten ist diesmal wieder Altdeutschland mit rund 740 Losen, darunter eine spektakuläre Großfrankatur der gezähnten Baden-Ausgaben auf einem Auslandsbrief 1868 nach Le Havre aus einer seit Jahrzehnten unberührten Sammlung „Großherzogtum Baden“.

Für die 227. Auktion erreichten die Firma eine Vielzahl interessanter Einlieferungen, darunter seltene Feldpostbelege aus der Zeit des Boxeraufstand China 1900/1901, sowie aus den letzten Kriegstagen des II. WK, über 60 Lose „Türkei Militär-Mission“ aus der Auflösung einer Spezialsammlung, wertvolle Kollektionen „Deutsche Auslandspostämter und Kolonien“, Volksrepublik China mit seltenen Ausgaben der 1960er Jahre u.v.a.

Die Sammlungsabteilung umfasst über 300 Lose, meist unberührte Posten, Sammlungen und Nachlässe, darunter zahlreiche Großposten sowie wertvolle Münzsammlungen, Anlage- und Sammlermünzen aus über 1800 Jahren Münzgeschichte.

Eine Voranmeldung zur persönlichen Besichtigung und/oder zur persönlichen Teilnahme an der Auktion ist notwendig! Kontakt/Informationen siehe: www.pfankuch-briefmarken.de

(gm/pcp) Zur großen Herbstauktion lädt Ulrich Felzmann wieder zu einer Saalauktion ein, sofern es die Bestimmungen zulassen. Hiervon unabhängig besteht aus der Ferne die Möglichkeit der Teilnahme per LiveBidding mit Video- und Tonübertragung in alle Welt – ganz so, als ob Sie vor Ort im Saal säßen. Der persönliche Kontakt mit Sammlerinnen und Sammlern sowie dem Handel bleibt doch unerreicht und so waren die Erlebnisse in den letzten Wochen mit Gesprächen und Beratungen auf den Messen wie Wien oder St. Pölten besonders schöne Momente, für die man sich im Hause Felzmann traditionell gerne Zeit nimmt.

Zeit nehmen sollte man sich auch für die Kataloge der 173. Felzmann Auktion, denn hier steckt viel drin. Sowohl in den über 1.700 Briefmarken-Sammlungen, die wieder an den letzten beiden Auktionstagen versteigert werden, als auch in hochwertigen Briefmarken-Einzellosen sind viele reizvolle Stücke und Highlights vertreten.

Zunächst sei der Spezial-Teil Autographen & Autogramme erwähnt, der im Rahmen einer separaten Sitzung bereits am Mittwoch, dem 17. November, nachmittags versteigert wird. Hier handelt es sich um den ersten Teil aus dem Fundus des enthusiastischen Autographen-Sammlers Axel Schirrmacher mit über 100.000 Autogrammen, Fotokarten, Briefen und Dokumenten. Hiermit knüpft das Haus Felzmann an eine langjährige Tradition an, die in den letzten Jahren etwas in den Hintergrund geriet. In dieser Auktion startet Felzmann breit aufgestellt mit Briefen von Goethe und Uhland, Autogrammen von Pele, Lady Diana, Muhammed Ali, Elvis Presley, Charlie Chaplin, Michael Jackson, Audrey Hepburn, Ringelnatz und de Gaulle, um nur einige zu nennen. Auch eine Olympia/Sport-Sammlung von Reese ist im Angebot. Bei so einer langen Liste namhafter Persönlichkeiten lohnt mehr als ein Blick in den Katalog, schließlich gibt es hier zahlreiche Querverbindungen in die Philatelie, nicht zuletzt unter dem Stichwort „Social Philately“.

Der Einzellosteil Briefmarken bietet ein gut besetztes Angebot Flugpost mit über 600 Losen, darunter Katapult- & Zeppelinpost sowie Memorabilien, Ballonpost und Astrophilatelie. Hierunter finden sich etliche Spitzenstücke insbesondere österreichischer Zuleitungen, unter anderem zur Ostseefahrt 1930 (Los 3418, Ausruf: 2.500 Euro) oder der 1. Südamerikafahrt 1931 (Los 3443, Ausruf: 1.000 Euro).

Ein kleiner Teil Übersee und Europa enthält gleich drei Exemplare von Rumäniens klassischen Ochsenköpfen mit typischen Eck-Ergänzungen (Lose 3834-3836) sowie reizvolle Schweizer Preziosen wie 10 C Schloss Laupen mit markanter Teilzähnung im Eckrand-Viererblock (Los 3878, Ausruf: 9.000 Euro).

Altdeutschland ist diesmal klein, jedoch fein aufgestellt, hierunter z.B. Sachsens 3 Pfennig auf posthistorisch interessanter Drucksache (Los 3961, Ausruf: 4.000 Euro) oder eine spektakuläre Mehrfachfrankatur der 2 C Elsass-Lothringens auf Faltbrief (Los 3966, Ausruf: 4.000 Euro).

Deutsches Reich bietet die gewohnt schöne Auswahl an Sammlerstücken, darunter die sogenannte „Zwischentype“ der 5 Mark Reichspost in überdurchschnittlich schöner, einwandfreier Qualität, eine Neu-Entdeckung des Hauses aus einem Nachlass (Los 3988, Ausruf: 7.500 Euro) und ein ungezähnter Olympia-Block in Originalgröße, ebenfalls einwandfrei und postfrisch (Los 4038, Ausruf: 9.000 Euro).

Spannung und lange Bietergefechte sind auch bei dem bislang unberührten Nachlass Deutsch-Südwestafrika des 1979 verstorbenen Verbandsprüfers Günther Hoffmann-Giesecke zu erwarten.

Aus der Bandbreite dieses Angebotes seien zwei erwähnt, ein Luxus-Briefstück des seltenen Stempels GRÜNDORN (Los 4327, Ausruf: 1.000 Euro) sowie ein schöner Einschreibe-Brief „Usakos“ mit violettem Gummi-L1 und Petschaftsstempel 30/11 04 (Los 4394, Ausruf: 750 Euro).

Weiter geht es mit dem Sudetenland, darunter etliche Werte Niklasdorf wie z.B. 2 Kc auf 50 H Smetana in postfrischer Top-Qualität (Los 4550, Ausruf: 2.000 Euro), die Besetzungsgebiete II. Weltkrieg beinhalten Frankreich mit einem Spitzenstück von Lorients 4,50 Fr Pétain als Bogenecke mit schwarzem und rotem Aufdruck in Tête-bêche-Stellung und Leerfeld (Los 4598, Ausruf: 2.500 Euro).

Eine kleine Sensation zum Schluss bietet die erstmals angebotene, augenfällige Abart der diesjährigen Ausgabe 80 C Digitaler Wandel, ohne den im Tintenstrahl-Druckverfahren aufgebrachten schwarzen Matrixcode, gleich 7 Exemplare im bereits angebrochenen Folienblatt (Los 5093, Ausruf: 3.000 Euro).

Unter Thematik beginnt mit einigen Einzellosen die Auflösung einer herausragenden Forschungssammlung Polarpost (Lose 5098-5109), deren Sammlungen am Auktions-Samstag ebenfalls zum Angebot gelangen.

Mit mehr als 2.000 Losen, darunter knapp 400 Sammlungen, bietet die Münzauktion am 16. und 17. November ein ebenso beachtenswertes und spannendes Angebot. Begonnen in der Antike über Spitzennumismatik der frühen Neuzeit aus Deutschland und der Welt, bis in die Gegenwart, werden hunderte von Goldmünzen und -medaillen angeboten. Sei es das Katalog-Titelstück, die 5 Dukaten 1640 aus München, der Doppeldukat 1630 aus Breslau (dieser eventuell sogar unediert), die „Pistole“ aus Uri, der Jubiläumssatz 1967 aus Haiti, Großgoldmünzen der letzten Jahre aus Kanada oder das Liechtensteinische Münzset 2019 mit einer Auflage von nur 300 Sätzen. Wer Gold will, der wird hier fündig.

Alle Kataloge sind ab sofort online abrufbar. Mit über 60.000 Fotos wird das Material hier umfassend abgebildet. Insbesondere Sammlungen sind wieder verstärkt fotografiert worden. Gebote können ab sofort im Online-Katalog, per E-Mail und Fax oder auf den Plattformen Philasearch.com und Sixbid.com abgegeben werden. Für die Teilnahme an der Auktion, wie auch an der Besichtigung, ist eine Voranmeldung notwendig. Aktuelle Hinweise zur Auktion sowie den Online-Katalog gibt es auf: www.felzmann.de